Wie Software-Anbieter sich schnell und erfolgreich transformieren

Montag, 07. September 2020 | Ingo Rill

Bei kaum einer Branche sind Technologie und Geschäftsmodell so eng miteinander verknüpft wie bei Software-Anbietern. Aber trotz steigender Nachfrage haben es viele ISVs im deutschen Markt bisher versäumt, Cloud-Services in das Portfolio aufzunehmen. Sie stehen vor der Herausforderung, sich zügig zu transformieren und neue Geschäftsmodelle aus der Cloud zu etablieren.

 

Warum Cloud-Transformation für Software-Anbieter höchste Priorität haben sollte

Immer mehr Startups sowie etablierte Player wie Salesforce oder SAP bieten ihre Software über das Internet und rund um die Uhr an. Klassische Software-Häuser (Independent Software Vendors/ISVs) geraten in Zugzwang. Sie müssen ihre Geschäfts- und Betriebsmodelle modernisieren, um im Wettbewerb Schritt halten zu können. Aber vor allem die Kunden selbst sind das stärkste Motiv, um das Cloud- und SaaS-Modell zum Standard zu machen. Denn die meisten Unternehmen befinden sich in der Cloud-Transformation und erwarten entsprechend flexible Modelle von den Software-Anbietern. Das erfordert neue Ansätze, eine umfassende Umstrukturierung und schnelles Handeln.

Marktzahlen bestätigen den Trend zur Software aus der Cloud

Der Trend zum Software-as-a-Service (SaaS)-Modell wird durch Marktzahlen belegt. Bislang sind es vor allem große Softwareunternehmen, die diesen Trend nutzen und ihn maßgeblich geprägt haben. Nach einer Umfrage der Analysten von Crisp Research kommen bereits ein Fünftel aller Anwendungen in deutschen Unternehmen aus der Cloud. Und auch für die kommenden Jahre ist ein signifikantes Marktwachstum für den SaaS-Markt zu erwarten.

Diagramm: Ausgaben für SaaS in Deutschland

Die wichtigsten Gründe für den Weg der ISVs in die Cloud

Die Notwendigkeit zur Veränderung sollte von ISVs jedoch nicht als Bedrohung wahrgenommen werden. Denn die Transformation bietet Software-Anbietern zahlreiche Chancen. Sie können sich neue Kundenzielgruppen erschließen, schneller Lösungen an den Markt bringen und agiler im Entwicklungsprozess werden. Im Folgenden die wichtigsten Vorteile:

  • Subscription-basierte Geschäfts- und Lizenzmodelle: Unternehmen bevorzugen immer stärker Subscription-Modelle gegenüber dem klassischen Lizenzkauf. Die positiven Effekte für ISVs: Planungssicherheit durch regelmäßige Einnahmen, Erweiterung der Kundenzielgruppen und die Verkürzung des Sales-Prozesses.
  • Innovation & Agilität: ISVs können durch eine Cloud-Umgebung ihre Entwicklungsprozesse dynamischer gestalten. Release-Zyklen lassen sich beschleunigen und Updates mit innovativen Features schneller bereitstellen.
  • Verfügbarkeit rund um die Uhr: Das Betriebskonzept und die zugrundeliegende Infrastruktur sind ein entscheidender Faktor für die Steigerung der Performance und Wettbewerbsfähigkeit. Eine Cloud-Plattform gewährleistet, dass die Software 24/7 zur Verfügung steht, skalierbar und nach Bedarf.
  • Globale Präsenz: SaaS-Anwendungen aus der Cloud können von Unternehmen nahezu auf der ganzen Welt bezogen werden. So lassen sich neue Regionen mit überschaubarem Aufwand leicht erschließen.

Worauf Software-Anbieter bei der Transformation besonders achten sollten

Es ist offensichtlich, dass es sich bei der Transformation vom Software-Anbieter zum Plattform-Business um ein anspruchsvolles Projekt handelt, das nicht ohne Risiken ist. Wenn ISVs ihre Entwicklungs- und Geschäftsprozesse neugestalten, sollten sie deshalb systematisch vorgehen und ihr Augenmerk besonders auf folgende Themen richten:

  • Strategie & Geschäftsmodell: Um ihren Kunden eine SaaS-Lösung aus der Cloud bieten zu können, müssen ISVs das gesamte Geschäftsmodell anpassen. Hierzu gehören die Definition des neuen Leistungsangebots einschließlich Lizenzen, Pricing und Verträge ebenso wie die Entwicklung einer entsprechenden Vermarktungs- und Vertriebsstrategie.
  • Kompetente Partner: Die Auswahl der richtigen Partner schafft Entlastung und ermöglicht ISVs, sich auf strategische Fragestellungen zu konzentrieren. Managed Service Provider können die Transformation begleiten und ISVs beim Betrieb ihrer SaaS-Lösung in der Cloud unterstützen. Darüber hinaus helfen sie dabei, das Innovationspotenzial der Public Cloud-Plattformen zu nutzen.
  • Security & Compliance: Die Themen Datenschutz und Compliance sollten bei der Reise in die Cloud eine Schlüsselrolle einnehmen. Hohe Sicherheitsstandards, ISO-Zertifizierungen und die Verfügbarkeit eines deutschen Rechenzentrums sind essenziell. Je höher das Sicherheitsniveau des Cloud-Anbieters ist, desto eher vertrauen die Kunden der Software aus der Cloud.
  • Technologien & Tools: Auch die Auswahl der richtigen Tools ist nicht einfach und sollte systematisch durchgeführt werden. Da sich das Marktumfeld und die Technologien rasant verändern, hilft ein Blick auf die „Cloud Native Computing Foundation Landscape“ oder die Einbeziehung kompetenter Partner.

Nicht warten, starten: Eine Continuous Delivery Pipeline ermöglicht ISVs kurzfristige Effekte

Software-Anbieter müssen sich schon heute den Herausforderungen der Digitalisierung stellen. Deshalb sollten sie mit der Transformation nicht warten, sondern einen pragmatischen Weg beschreiten. Auch wenn ISVs das SaaS-Modell noch nicht vollständig umgesetzt haben, können sie direkt mit der Modernisierung beginnen und sich von der Entwicklung bis zum Betrieb der Software in Richtung Cloud bewegen. Denn Kunden erwarten, dass die Software regelmäßig und in kurzen Zyklen bereitgestellt wird.

Diagramm: Innvoations- und Releasezyklen werden kürzer

Bei vielen Software-Anbietern findet jedoch noch ein manuelles Deployment statt. Dies ist aufgrund unterschiedlicher Entwicklungs-, Test und Produktivumgebungen umständlich und zeitaufwändig. Die Automatisierung des Release-Prozesses auf Basis von Container-Technologie bietet die Chance, die Performance signifikant zu erhöhen. Bei Applikationen, die dafür geeignet sind oder sich umbauen lassen, ermöglicht eine containerisierte Continuous Delivery Pipeline über identische Umgebungen hinweg, neue Features zügig bereitzustellen. Alle Prozesse werden „as code“ aufgesetzt. Durch die Automatisierung des Deployments lässt sich eine neue Version der Software problemlos ausrollen. Das Entwicklerteam kann entsprechend schnell neue Features testen und optimieren. So können ISVs ihre Kunden flexibler bedienen, agiler im Entwicklungsprozess werden und gleichzeitig Kosten sparen. Auch wenn der vollständige Umbau des Geschäftsmodells weiterhin das Zielbild bleibt, sind damit bereits wichtige Schritte auf dem Weg zu einer umfassenden Modernisierung geleistet.

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Geschrieben von Ingo Rill - Marketing Director

Ingo Rill ist Marketing Director bei Claranet und verantwortet die Bereiche Kommunikation und Produktmanagement. Zuvor arbeitete er als Leiter Networks und Produktmanager bei einem IT-Dienstleister im Gesundheitswesen. Als Projektmanager und Consultant bei verschiedenen Digital-Agenturen leitete er zahlreiche große Webprojekte.

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